Die Mafia - La Mafia
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In Kürze: |
ein sizilianischer Geheimbund, dessen Entstehung
wahrscheinlich bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht. Ursprünglich von den sizilianischen
Großgrundbesitzern mit der Überwachung des Landbesitzes beauftragt; die
Wirren während der italienischen Einigungskriege ließen die Mafia zeitweise
zur unumschränkten Herrscherin auf Sizilien werden. Die Mafia entwickelte
sich zu einem „Staat im Staat“, in dem an der Spitze einer jeden
„Familie“ ein „Patrone“ steht, der die Familie
leitet, für Ordnung sorgt und die Aktivität bestimmt, während die Mitglieder
zu Disziplin, Verschwiegenheit und unbedingtem Gehorsam verpflichtet sind.
Die Mafia ist in Sizilien und teilweise auch in Süditalien nach wie vor aktiv
und gefürchtet. In den USA wird die Bezeichnung Mafia für
verschiedene Formen des „organisierten Verbrechens“ gebraucht.
Eine Verbindung zur sizilianischen Mafia ergibt sich aus den wenig erfolgreichen
Versuchen der italienischen Behörden am Ende des 19. Jahrhunderts und zur
Zeit des Faschismus, die Mafia zu zerschlagen. Eine dieser Aktionen (1892)
hatte zur Folge, daß viele Mafiosi in die USA
auswanderten, wo sie sich mit Kriminellen anderer Nationalitäten verbanden.
Die so entstandenen „Verbrechenssyndikate“ besorgten illegale
Güter und Dienstleistungen, nach denen eine starke Nachfrage bestand (z. B.
Alkohol in der Zeit der Prohibition). Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich
das organisierte Verbrechen zu einem weitverzweigten System, das zum Teil
auch legale Aktivitäten in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften
entfaltete. In Deutschland und im sonstigen Europa liegen Schwerpunkte des
organisierten Verbrechens in der Rauschgiftkriminalität, in der
Kraftfahrzeug-Verschiebung sowie in illegalem Handel mit Waffen und
Sprengstoff. Der Grundsatz der unbedingten Selbsthilfe unter Ausschaltung
jeder öffentlichen Gewalt ließ die Mafia mehr und mehr unter den Einfluss
verbrecherischer Elemente geraten, so dass sie in ihrer heutigen Form eine
Verbrecherorganisation darstellt. In den USA, wo die Mafia erstmals zu Beginn
des 20. Jahrhunderts auftrat, übt sie ihre illegale Tätigkeit hauptsächlich
auf dem Gebiet des Glückspiels, der Prostitution sowie des Rauschgifthandels
und der Kontrolle großer Märkte aus. |

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aber auch: |
Tansanische Koralleninsel im Indischen Ozean, 434 km², 17.000 Einwohner; Hauptort Kilindoni.
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Der Mythos: |
Al
Capone kam am 17. Januar 1899 in Neapel zur Welt. Er erhielt den Rufnamen
Alphonse oder Alfonso, von dem das Kürzel “Al” abstammt. Seine
armen Eltern wanderten in die USA aus. So verbrachte Capone seine Jugendjahre
in den Slums von New York, im Italiener-Viertel von Brooklyn. Hier lernte er
auch die Auseinandersetzungen der jugendlichen “street
gangs” kennen. Nachdem Capone im Jahre 1920
nach Chicago gegangen war, schloss er sich der Bande von John “The Fox” Torrio an. Nach
einem Job als “Rausschmeißer” wurde er Torrios
Leibwächter. Aufgrund seiner Fähigkeit, sich von Führern und älteren
Gangstern protegieren zu lassen, stieg er im organisierten Verbrechen schnell
auf und wurde zu einem wichtigen Berater Torrios. Dessen
Bande bediente sich verschiedener Gewinnquellen. Sie engagierte sich sowohl
in der Prostitution und der Organisation des Glücksspiels als auch in dem
Betrieb von illegalen Schenken – “speak-easies”
genannt – zur Zeit der Prohibition, also des Alkoholverbots in den USA.
Eine besondere Technik der Erpressung und der Machtausübung war die
erzwungene Inanspruchnahme des Schutzes dieser Bande. Torrio
floh vor den blutigen Bandenkriegen aus Chicago nach Italien. Capone wurde
sein Nachfolger und beherrschte seit 1925 die organisierte Kriminalität in
Chicago. Da Capone in seiner Jugend bei einem Messerkampf an der Wange
verwundet worden war, erhielt er den Spitznamen “Scarface”
– was das “Narbengesicht” bedeutet. Die Streitigkeiten
zwischen den rivalisierenden Banden konnten auch durch Verhandlungen ihrer
Führer nicht beigelegt werden. So schaltete Capone die Bosse der
konkurrierenden Gangs in dem Massaker vom St. Valentinstag 1929 aus und beherrschte
damit das Verbrechen in Chicago allein. Allerdings erregte das Massaker auch
die Öffentlichkeit, und die Polizei wurde zu einem drastischeren Eingreifen
gezwungen. Capone, der sich danach angeblich aus seinen kriminellen
Geschäften zurückziehen wollte, wurde in Atlantic City wegen unerlaubten
Waffenbesitzes verhaftet. Während seiner einjährigen Gefängnisstrafe hatten
Strafverfolger die Möglichkeit, seine Geschäftsbücher zu überprüfen. Zwar
wurde er Ende der 1920´er Jahre auch der Mitwirkung an zahlreichen brutalen
Bandenmorden beschuldigt, es konnten ihm aber 1931 nur Steuerdelikte
nachgewiesen werden. In diesem Zusammenhang brachte es auch Eliot Ness zu
einer historischen Berühmtheit. Er trug mit seinen Helfern, den sogenannten
“Untouchables” (Unberührbaren), deren
Bezeichnung auch vielen Filmen den Titel gab, dazu bei, Al Capone zu
inhaftieren. Capone wurde zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt. Da er
sein erstes Gefängnis in Atlanta mit seinen Bandenmitgliedern und bestochenen
Wärtern kontrolliert hatte, wurde er auf die Gefängnisinsel Alcatraz bei San
Francisco gebracht. Acht
Jahre später, also 1939, wurde er aus der Haft entlassen, da ihn die
Spätfolgen einer Syphilis und die harten Methoden der Isolationshaft auf
Alcatraz zu einem Krüppel gemacht hatten. Bis zu seinem Tode am 25. Januar
1947 in Miami (Florida) lebte er in seiner Villa auf Palm Beach. |
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Georg Seeßlen: |
Der
Filmhistoriker analysiert am Beispiel von Al Capone den Mythos vom “selfmade man”, der durch seine Geschicklichkeit und
Rücksichtslosigkeit mit sozialem und wirtschaftlichem Aufstieg belohnt wird:
“Der Mythos Capone lebt von dem Kontrast zwischen realer Anarchie und
angestrebter Anpassung; hätte man seinen Erfolg sanktioniert, Capone wäre ein
‘guter Amerikaner’ geworden. Und ‘gute Amerikaner’ zu
werden, nur mit ein wenig Erfolg, ein wenig Freiheit, dieser Wunsch mag auch
die Zeitungsleser und Kinobesucher beseelt haben”. Diese
sozialpsychologischen und gesellschaftlichen Aspekte erklären auch die
Bedeutung Capones als populäre Gangster-Gestalt, die für viele Kinofilme als
Vorbild diente. Zu dem Stolz, ein amerikanischer Bürger zu sein, was Capone
immer wieder betonte, kommen seine Gewaltausbrüche und seine dramatisch
überladene Selbstinszenierung, die die filmischen Darstellungen inspirierten. So
zitieren viele Filme die Narbe Capones als ein Stigma, als einen bildlichen
Hinweis auf seine psychische Deformation. Außerdem benutzen viele Filme
Capones Biographie, um die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines
Bandenbosses – gleichsam als Modell des Gangstertums – zu
erzählen oder jedenfalls einzelne historische Ereignisse herauszulösen und
vorzustellen. |
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Filme: |
Als
wichtige derart charakterisierte Filme können aufgeführt werden: “The Little
Caesar” (1930), Regie Mervyn
LeRoy “The Secret
Six” (1931), Regie: George Hill “Scarface –
Shame of a Nation” (1932), Regie: Howard Hawks “Lady
Scarface” (1941), Regie: Frank Woodruff “The Gangster”
(1947), Regie: Gordon Viles “The Undercover
Man” (1949), Regie: Joseph H. Lewis “Party Girl”
(1958), Regie: Nicholas Ray “The Untouchables”, auch
unter dem Titel “The Scarface
Mob” (1958), Regie: Phil Karlson “Some like it
Hot” (1959), Regie: Billy Wilder “Al
Capone” (1959), Regie: Richard Vilson “The Untouchables – Die
Unbestechlichen” (1957), Regie: Brian Palma. |
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Literatur- hinweise |
“Al Capone” in: H.-G. Kellner, J.M. Thie, M. Zurhorst, “Der Gangster-Film. Regisseure, Stars, Autoren, Spezialisten, Themen und Filme von A-Z” (= Enzyklopädie des populären Films, hrsg. von B. Roloff und G. Seeßlen, Bd. 8), München 1977, S.
61-66 “Eine bürgerliche Organisation von Banditen: Die Mafia und Gang
Al Capone”, in Georg Seeßlen, “Der
Asphalt-Dschungel. Geschichte und Mythologie des Gangster-Films” (=
Grundlagen des populären Films, Bd. 3), Reinbek 1980, S. 83-85 J.
Kobler, “Al Capone. Sein Leben, seine (Un)taten, seine Zeit”, München (Scherz-Verlag) 1971. |
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Nachfolgender
Beiträge zur MAFIA wurden teilweise von den Uni`s
in Würzburg und Saarland veröffentlicht und für deren Überlassung wir uns
recht herzlich bedanken möchten. http://www.uni-saarland.de/~gg14rhah/lexikon/mafia/mafia.htm |
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1. |
Warum interessiert uns die Mafia? |
Seit
der Maueröffnung 1989 berichten Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen fast
täglich von Verbrechen, die mit der organisierten Kriminalität in Verbindung
gebracht werden. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Heinz-Ludwig Zachert,
hat erst jungst Berlin als "Ballungszentrum für die
Großkriminalität" bezeichnet: Vietnamesische Zigarettenschmuggler,
polnische Autoschieber, russische Glücksspielbanden und Drogenkuriere aus
aller Herren Länder haben Berlin zu ihrem Hauptquartier gemacht. 1991 wurden
im gesamten Bundesgebiet 104.938 Einzelstraftaten der organisierten
Kriminalität zugeschrieben. Vor allem aus dem Osten Europas fluten kriminelle
Banden in den Westen ein, weil sie hier ihre Absatzmärkte finden. In diesem
Zusammenhang erscheint es sinnvoll zu erörtern, ob der Begriff Mafia zur
Beschreibung dieser kriminellen Banden, Syndikate und Kartelle taugt, oder ob
er, weil er sich von Methoden und Strukturen der "klassischen"
Mafia Süditaliens unterscheidet, ersetzt werden sollte. Zur Klärung dieser
Frage soll dieser Artikel beitragen. Er untersucht zunächst die
geschichtliche Entwicklung der Mafia auf Sizilien, um dann die momentane
Situation der Kriminalität in Russland zu erörtern. Die Formen der russischen
organisierten Kriminalität zeigen nämlich interessante Parallelen zu den
Entstehungsbedingungen der italienischen Mafia. |
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2. |
Begriff: |
Erst
seit Mitte der 80-erJahre wissen wir mehr über die internen Strukturen der
Mafia, die komplizierten Sozialbeziehungen und das psychosoziale Klima in den
Mafia-Clans. Das italienische Anti-Mafia-Gesetz (1982) und damit die
konsequente Anwendung der Kronzeugenregelung in Mafia-Prozessen sowie die
Arbeit verschiedener Bürgerinitiativen haben unser Wissen vertieft. Seitdem
erahnen wir, wie weit der tatsächliche Einfluss der Mafia in Staat, Politik,
Wirtschaft, Kultur und Sozialgefüge reicht. Augenfällig ist, dass die Mafia
in den letzten 50 Jahren im Kern ihre alten Sozialstrukturen beibehalten hat.
Mafiöses Verhalten reicht weit in
mittelalterlich-feudale Sozialtraditionen Süditaliens zurück. Sie sind vor
allem durch soziale Immobilität, wirtschaftliche und persönliche Abhängigkeit
sowie eine eigentümliche Auffassung von Pflichtgehorsam und Verschwiegenheit
geprägt. Daher ist gerade der Zwangscharakter, den die Mitgliedschaft in der
Mafia ausdrückt, ohne Kenntnis dieser sozialgeschichtlichen und mentalen
Wurzeln kaum zu verstehen. Dies gilt auch für die nur scheinbar paradoxe
Tatsache, dass sich zahlreiche Mafiosi stets als Teil der Gesellschaft
begriffen. Sie bezeichneten sich selbst als Uomini d´onore, Männer von Ehre. Es
ist für die Mafia keine einheitliche Begriffsbildung erkennbar. Im Sinne
eines pragmatischen Zugriffs soll deshalb zunächst die historische
Entwicklung auf Sizilien, dem Kernland der Mafia, untersucht werden. Der
Vergleich mit außersizilianischen Verbrechensorganisationen wird es schließlich
möglich machen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. |
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3. |
… |
Die
Mafia als historisches Phänomen: |
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Anfänge auf Sizilien: |
Die
Ursprünge der Mafia liegen naturgemäß im Dunkeln. Erstmals schriftlich
nachgewiesen ist das Wort mafiusi im Titel einer
Dialektkomödie ("I mafiusi della
Vicaria"), die um 1860 verfasst wurde und in
welcher die angeseheneren Häftlinge eines
Gefängnisses als mafiusi angeredet werden. 1865
verwendet die italienische Strafverfolgung den Begriff zur Kennzeichnung von
Verbrechern. Bereits 1875 ist "Mafia" eine in fast allen Sprachen
Europas geläufige Bezeichnung für Kriminelle, ohne dass ihnen bestimmte
Merkmale zugeordnet werden. |
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3.2 |
Der Auf- stieg der Gabellutti: |
Die
Entstehung der Mafia reflektiert die sozialen Umwälzungen des sizilianischen
Feudalismus während der italienischen Nationalstaatsgründung. Die adeligen
Latifundienbesitzer Westsiziliens, deren wichtigstes Herrschaftsinstrument,
die Leibeigenschaft der Bauern auf ihren Besitzungen, nominell aufgehoben
wurde, vergaben fortan ihre Ländereien zur Pacht an Verwalter. Diese Gabellutti, was ursprünglich Steuereintreiber bedeutet,
wuchsen nach und nach in eine Mittelposition hinein: Sie verpachteten das
Land an die ansässigen Bauern, die weiterhin arm und faktisch sozial gebunden
waren, und verlangten von diesen horrende Bodenzinse. Mit der Zeit wurden die
Landbarone von den Gabelluti entmachtet. Diese
eigneten sich die Herrschaftsrechte des Adels an, wie Polizeiaufgaben und
Gerichtsbarkeit, und sie nutzten staatliche Vorrechte für ihre eigenen
Zwecke. Zudem stellten die Gabelutti bald auch
Schutztruppen für ihre Ländereien auf. Als sich zeigte, dass der italienische
Staat mit seinem Gewaltmonopol die Lücken, die das alte Feudalsystem
hinterlassen hatte, nicht schließen konnte, waren die Gabellutti
in einer ungeheuer starken Position. Dies entsprach freilich nicht ihrer
sozialen Herkunft. Die Gabellutti waren nämlich
vielfach Viehmakler, Händler oder kleine Landbesitzer und entstammten sozial
und wirtschaftlich heterogenen Unterschichten. Als ungebildete Analphabeten,
die sie oft waren, wurden sie von den bürgerlichen Schichten und vom Adel
gemieden. |
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3.3 |
Mafia und staatliche Ordnung |
Die
sozial und machtpolitisch gestärkten Gabellutti
schlossen sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu Selbsthilfeorganisationen
zusammen, deren Ziel es war, den ohnehin schwachen Stand, den der
italienische Staat im Süden des Landes hatte, weiter zu unterhöhlen. Die
Eingriffe der Regierung aus Rom sollten bewusst behindert werden, um die
eigene Macht zu sichern. Die Truppen der Gabellutti
stellten in vielen Regionen Süditaliens die einzige
wirkliche Autoritt dar. Auch boten sie den wirksamsten Schutz vor
Übergriffen räuberischer Banden, den sogenannten Briganten, die in Süditalien
recht häufig waren. Diesen Schutz ließen sich die Mafiusi
sowohl von den Bauern als auch vom Landadel bezahlen: Das Pizzu
(Schutzgeld) war geboren. Die Abhängigkeit der unterdrückten Bauernschaft
lässt sich in mancher Hinsicht mit dem antiken Sozialmodell der Klienteln
vergleichen: In diesem Rechtsverhältnis war für eine bürgerliche
Staatsordnung kein Raum. Mit
der Übernahme von Teilen des staatlichen Gewaltmonopols war die Macht
faktisch auf die Gabellutti übergegangen. Diesen
Prozess empfanden sie durchaus nicht als illegalen Akt, sondern als
Anerkennung ihres gewonnenen sozialen Prestiges. Auch in der Bevölkerung
wurde diese Auffassung geteilt, so dass sich die subkulturelle
"Volksmoral" starker als die offiziellen Moral entpuppte: Die
Sizilianer nannten die Mafia “Onorata sozieta“, ehrenwerte Gesellschaft. |
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3.4 |
Die Mafia im späten 19. Jahrhundert: |
Mit
der Ausweitung des Zensuswahlrechts zum allgemeinen Wahlrecht 1881-1913 drang
die Mafia auch in den Bereich der Politik vor. Die Auflösung des
Klassenwahlrechts bedeutete, dass viele konservative Abgeordnete in Rom
fürchteten, ihr Mandat an einen sozialrevolutionären Gegenkandidaten zu
verlieren. Die Mafia sorgte unter diesen Umständen für Abhilfe: Sie beschaffte,
in enger Zusammenarbeit mit dem süditalienischen Baronat,
die notwendigen Stimmen für die konservativen Parlamentarier. Das hatte drei
Konsequenzen: Die Mafia erweiterte ihre Kontrolle über die sizilianische
Landbevölkerung, der sie Schutz für die richtige Stimmabgabe versprach. Die
gewählten Abgeordneten verhinderten im Parlament Anti-Mafia-Gesetze. Mafia
und römische Politik wuchsen enger zusammen, so dass der Einfluss der Mafia
sich nicht mehr auf den agrarischen Süden des Landes beschränkte. Die
Wirksamkeit des Paktes zwischen Mafia und Politik kann nicht ohne
Berücksichtigung der sozialpsychologischen und mentalitätsspezifischen
Hintergründe erklärt werden. Zu ihnen zählt vor allem die tief in der
sizilianischen Bevölkerung verwurzelte Omertà, die
"Schweigepflicht", die als "Bindemittel" nicht nur
Mafia-Clans untereinander, sondern auch Gruppen außerhalb des Mafia-Kerns
eint. |
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3.5 |
Süditalie- nischer Exodus nach Nord- amerika |
Gegen
die immer stärkeren Belastungen, die die Mafia der Bevölkerung zumutete,
regte sich auf Sizilien und im Mezzogiorno, wo die Urbanisierung kaum
vorankam, am Ausgang des Jahrhunderts vermehrt Widerstand. Der Protest
verschmolz, vereinfachend dargestellt, mit den sozialistischen Bewegungen,
die vor allem die Schuldenlast von Arbeitern und Bauern anprangerten. An
diesem Punkt kooperierten Staat und Mafia miteinander: Schon aus
Eigeninteresse bekämpfte die Mafia die Aufstände der revolutionären
Landarbeiter, so dass letztere sich in die einsetzende Ausreisewelle nach
Übersee einreihten, um der Verfolgung zu entgehen. Für die italienischen
Regierungen bedeutete der Sachverhalt aber, daß die
sozialen Konflikte des ländlichen und kaum industrialisierten Südens entschärft
waren. |
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3.6 |
Die Mafia im 1. Weltkrieg und während des Faschis- mus: |
Während
des 1. Weltkriegs verfestigte sich die Macht der Uomini
d´onore weiter. Sie organisierten die Versorgung des
italienischen Heeres mit Material und Verpflegung. Auf diese Weise erlangten
sie solch ungeheueren Reichtum, dass sie zum Adel aufschlossen. Als
nach 1918 der Ruf der Bauern nach einschneidenden Landreformen ungehört blieb
und die italienischen Faschisten 1922 die Macht übernahmen, wechselte die
Mafia geschickt die Seiten. Sie finanzierte die faschistische Partei und
beeinflusste süditalienische Abgeordnete, für Mussolini zu votieren. Der Pakt
zwischen Mafia und Faschisten war freilich labil. Mussolini schickte Cesare Mori als Präfekten nach Palermo, der entschlossen gegen
die Mafiusi vorgehen sollte. Es gelang Mori aber nur zeitweilig, den Einfluss der Mafia in der
süditalienischen Politik zu verringern. Zu stark waren die Verbindungen, die
die Mafia bereits geschaffen hatte. In den folgenden Jahren scheint ein
Interessensausgleich zwischen beiden Parteien deren spannungsreiches
Verhältnis geklärt zu haben. Die Legende, dass die Faschisten die Mafia bis
1943 konsequent ausgemerzt hätten, wurde erst in den 80er Jahren durch
intensive Nachforschungen richtig gestellt. |
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3.7 |
Die USA und die Mafia im 2. Weltkrieg: |
Während
des Faschismus hatte die Mafia vielfach Grundbesitz aus Adelshand übernommen.
Ihrem Charakter nach stand sie voll in der Blüte ihrer agrarisch-feudalen
Macht. Sie kontrollierte ungestört das Geschehen auf dem Land. Da auch im 2.
Weltkrieg die Strukturen der Mafia intakt geblieben waren, war sie der erste
Ansprechpartner für den amerikanischen Geheimdienst OSS, als die USA 1943 die
Landung der Alliierten in Süditalien vorbereiteten. Die Verfolgungen der
Mafia unter den Faschisten machten sie in den Augen der Amerikaner zu einem
vertrauenswürdigen Partner. Die
Mafia stellte eigene Infrastrukturen bereit, übernahm Geheimdienstaufgaben
und arbeitete so erfolgreich mit den Alliierten zusammen, dass sie nach
Kriegsende mit der kommunalen Verwaltung Siziliens betraut wurde. Diese
Entwicklung schlägt sich auch in der Entscheidung des römischen Parlaments
nieder, Sizilien 1946 ein Autonomiestatut zu gewähren, das die
zentralstaatlichen Eingriffe auf der Insel beschrankte. Man kann dieses
Statut als Sieg des sizilianischen "Eigenwillens" verstehen, aber
auch als Anerkennung der Macht der Mafia. Ohne sie als Entscheidungsinstanz
lief in Süditalien nichts mehr. |
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3.8 |
Die Mafia zwischen 1945 und 1982: |
a)
Strukturverschiebungen: Politisierung und Internationalisierung. In
den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg verschob die Mafia ihren politischen
Schwerpunkt endgültig von Sizilien nach Italien. Sie lehnte sich sehr bald an
die christliche Koalitionsbewegung DC an, woraus sich auch eine Verschiebung
der mafiösen Aktivitäten ergab: Die immer stärker
werdende Verflechtung von Politikern und Mafiusi
zeigte sich u.a. darin, dass beide Gruppen nahezu
autonom über die Regionalpolitik verfügten, ohne Dritte einzuschalten.
Infrastrukturelle, städtebauliche oder industriepolitische Maßnahmen wurden
ohne Mitwirken von Interessensverbänden und Kommunalverwaltung entschieden.
Dies brachte eine intensive Politisierung der Mafia. Zu der gehörte auch,
dass die Mafia ihren ländlich - feudalen Charakter
ablegte. So konnte sie Anschluss an die Urbanisierung und Industrialisierung
Süditaliens gewinnen. Sie trat vermehrt als Unternehmer auf, wobei kriminelle
Praktiken der Cosa nostra, die von italienischen
Ausgewanderten in den USA gegründet worden war, in die sizilianischen
Mafia-Clans einsickerten. Neu
für das Verhalten der Mafia war auch eine Ausweitung ihrer "Geschäfte"
auf den gesamten Erdball. So übernahm sie u.a. den
Heroinhandel der French Connection. Kritische
Beobachter haben eine Verbindung zum amerikanischen Geheimdienst hergestellt,
der gehofft habe, durch eine Gewinnbeteiligung am Heroinumsatz den Vietnamkrieg
mitzufinanzieren (R. Uesseler). Jedenfalls wandelte
sich die Mafia nach dem 2. Weltkrieg vom quasi-feudalen Selbsthilfeverband
zum illegalen Verbrechenskartell mit internationalen Verbindungen, wobei die
spezifischen sozialpsychologischen und mentalen Elemente der ursprünglichen
Mafia nicht sofort verschwanden. b)
Hochfinanz und politische Verfilzung Die
Beteiligung am Drogenhandel machte es notwendig, nach neuen Finanzstrukturen
zu suchen, da das illegal erworbene Geld erst reingewaschen werden musste.
Auch hier waren die Mafiusi überaus erfolgreich:
Ihnen gelang es ohne größere Schwierigkeiten, ihre Gewinne dem legalen
Wirtschaftkreislauf zuzuführen. Dabei half ihnen der Autonomiestatus für
Sizilien aus dem Jahre 1946. Denn damit waren auch Freiheiten im Kreditwesen
verbunden. Die Mafia erreichte zunächst eine Kontrolle über das sizilianische
Geld- und Kreditwesen, von dort wuchs sie sogar in eine
"Oligopolstellung" (R. Uesseler) der
internationalen Hochfinanz ein und teilte sich fortan mit einigen anderen
Bankgruppen die Beherrschung des europäischen Finanzmarktes. Zugleich
wandelte sich das Verhältnis zu Polizei und Justizbehörden, die durch
Schmiergeldzahlungen zum Schweigen animiert wurden. In ähnlicher Weise
verfilzte sich die Mafia mit der italienischen Politik. Die
Korruptionsskandale und politischen Mafiaprozesse verdeutlichen dies. Der
berühmteste Fall ist der Prozess gegen den früheren Ministerpräsidenten
Giulio Andreotti, der bis heute die Gemüter der Italiener erregt. Diese Gerichtsverfahren
haben erkennen lassen, dass die Mafia durch die Drogengewinne finanziell zwar
unabhängig wurde, aber dennoch des Schutzes durch korrupte Politiker
bedurfte, um weiterhin ungestört agieren zu können. |
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3.9 |
Widerstand aus der Bevölkerung: |
Die
ersten organisierten Widerstände gegen die politischen und vor allem
kriminellen Praktiken der Mafia lassen sich in den 80-er Jahren beobachten.
Die Strafverfolgungsbehörden gingen ab 1982 in die Offensive. Einen gewissen
Wendepunkt brachte dabei das Anti-Mafia-Gesetz von 1982, welches die bloße
Zugehörigkeit zur Mafia als Straftatbestand wertete. Dieses Gesetz und seine
Aktualisierungen sowie die Anti-Mafia-Kommission erlaubten eine effektivere
Verfolgung, auch im Bereich der Politik. Darüber hinaus konnte die
italienische Öffentlichkeit durch Geständnisse hoher Mafia-Bosse wie Tomasso Buscetta in das Innenleben der Mafia blicken. Der
eigentliche Charakter der Mafia und deren Macht (vor allem in psychologischer
Hinsicht) wurde nach und nach enthüllt. Auch
die süditalienische Bevölkerung erwachte aus ihrer Hilflosigkeit. Viele
Experten meinen sogar, dass die Anti-Mafia-Bewegungen der süditalienischen
Bevölkerung, beispielsweise der Associazione Donne Sicilane contro la Mafia, früher am Problem "Mafia" gerüttelt
haben als der Staat. Ähnliches gilt für die 1991 gegründete Anti-Mafia-Partei
La Rete. Da
die Mafia nach 1945 immer brutaler vorging, um Schutzgelder einzutreiben oder
sich Konkurrenten vom Hals zu schaffen, und in den blutigen Mafia-Fehden, den
sogenannten Vendette, auch Kinder der Mafiusi nicht mehr verschont wurden, ist der Widerstand
der Bevölkerung eine durchaus logische Entwicklung gewesen. Die
Mafia reagierte ihrerseits auf die Proteste und die Verhaftungswellen mit
Erpressung und Gewalt: sie schüchterte Richter und Staatsanwälte ein oder
verzögerte Gerichtsverfahren. Besonders nach den Parlamentswahlen 1992, die
der DC, der politischen Schutzmacht der Mafia, größere Verluste zufügte,
starben renommierte Richter wie G. Falcone und P. Borsellino. Auch Sprengstoffanschläge in Rom, Neapel und
auf die Mailänder Uffizien gingen auf das Konto der in die Enge getriebenen
Mafia. |
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4. |
Die Mafia heute: |
Der
italienische Staat scheint sich inzwischen gegenüber der Mafia durchgesetzt zu
haben. Die Zeiten der "Bankrotterklärungen" des 19. Jahrhunderts
sind vorbei. 1993 konnte mit Salvatore Riina einer der mächtigsten
Mafia-Bosse verhaftet werden. Dagegen ist die Entwicklung in anderen
europäischen Staaten weniger positiv zu beurteilen. Dazu später mehr.
Zunächst soll die innere Struktur der italienischen Mafia beschreiben werden. |
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5. |
… |
Struktureller
Aufbau der Mafia: |
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5.1 |
Die Cosca |
In
Sizilien gibt es nach jüngeren Untersuchungen etwa 180-200
“Mafia-Gruppen" (1990), sogenannte Cosche.
Sie stellen weder eine einheitliche Organisation unter einem anerkannten
Oberhaupt dar, noch lässt sich in ihnen Gruppenbewusstsein oder
"Wir-Gefühl" beobachten (H. Hess). Die Cosca
besteht im Kern aus einem Capo (Kopf) oder mehreren freundschaftlich
verbundenen Mafiusi. Von diesem Kern aus verlaufen
mehrere dyadische (Zweier-) Beziehungen zu anderen
Personen oder Gruppen. Sie alle bilden die Corona (Kranz) der
verwandtschaftlich oder adoptiv gebundenen Affiliati. Da
es keine formellen Initiationsriten gibt, vermutet man, dass der interne
Zusammenhalt der Cosca auf dem sizilianischen
Verständnis von Freundschaft beruht. Diese Form von Freundschaft hat oft
einen informellen Charakter, d.h. sie versteht sich als
"Geheimabsprache", in welcher jede "offizielle Größe",
also auch die Staatsgewalt, ausgeschlossen ist (ähnlich wie bei der Omertà). Die Geschichte Siziliens hat besonders im späten
19. Jahrhundert gezeigt, dass diese subkulturellen Beziehungen viel tiefer
gingen als die neuen Ansprüche des Nationalstaates und der offiziellen
"Staatsmoral". So konnte sich die Mafia am Leben erhalten. |
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5.2 |
Der Partito: |
Mit
dem Begriff Partito werden die Kontakte des Mafiuso zu offiziellen Herrschaftsträgern verstanden.
Freisprüche vor Gericht oder Aussetzung des Strafvollzugs sind auf Sizilien
keine Seltenheit. Sie funktionieren aber nur, wenn der mafiöse
Angeklagte über gute Verbindungen zur Staatsanwaltschaft, zum
Polizeipräfekten oder zum Carabiniero im Ort
unterhält. Resultat dieser über Geldgeschenke oder andere
"Dienstleistungen" (beispielsweise Brautwerbungen im Auftrag eines mafiös verbundenen affiliato o.ä.) erhaltenen Verbindungen ist eine sehr weitreichende
Immunität des Mafiuso. |
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5.3 |
Die Faktion: |
"Faktion"
bezeichnet die Summe aller Beziehungen, die ein Mafiuso
unterhält. Neben Cosca und Partito
umfasst die Faktion die Amici dell`amici,
die Freunde der Freunde. Sie ist ein von Fall zu Fall fluktuierender
Personenkreis, der sich nur vage bestimmen lässt. Die Zughörigkeit zu einer
Faktion eines bestimmten Capo ergibt sich weniger aus der Nähe zu diesem Capo
als vielmehr aus dem gemeinsam erkennbaren Gegner, dem rivalisierenden Mafiuso. |
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5.4 |
Die Familie: |
Cosca
und Famiglia gelten als schwer voneinander zu
trennende Begriffe. Der Kernbestand einer Cosca
scheint in der Regel immer aus familialen
Grundeinheiten zu erwachsen. Blutsverwandtschaft garantiert erst absolute
Verlässlichkeit und Loyalität. Wichtig ist meines Erachtens, dass die aus den
Cosche ableitbaren dezentralen Strukturen (s.o.) den Wirkungsgrad der Mafia erheblich erhöhen, vor
allem bei Strafverfolgungen: Es werden jeweils nur kleine Teile des Cosca-Netzes ausgehoben, der Großteil bleibt in der Regel
intakt. Wurde ein Capo verhaftet oder ermordet, treten oft Geschwister oder
Ehegatten an dessen Stelle, um die Geschäfte weiterzuführen. So etwa im Fall
der berühmt-berüchtigten Pupetta Maresca. |
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5.5 |
Moderne Mafia- strukturen: |
Heute
scheinen die Familienverbindungen durch vertikale Gliederungen einzelner
Mafia-Clans ergänzt zu sein. Streng hierarchisiert Cupola
("Kuppel", Kommissionen) regeln das Zusammenspiel der einzelnen Cosche. Eine überprovinziale "Bundespolitik"
existiert wohl nicht, jede Cosca handelt in ihrem
Territorium autonom. Nur zur Koordinierung der Geschäfte, etwa um
Konkurrenzsituationen beim Heroinverkauf zu vermeiden, oder als
Schiedsgericht tritt die Cupola auf. |
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6. |
Die Mafia in Abgrenzung zu Briganten Cosa nostra, Camorraund ´ Ndrangheta |
Als
Mafia im engeren Sinn bezeichnet die Forschung eine aus dem Sizilianischen
hervorgegangene, in das süditalienische, quasi-feudalistische Sozialgefüge
eingebundene Selbsthilfeorganisation. (Karte Italiens). Sie sticht durch
strenge interne Bindungen und einen auf das ländliche Gebiet zugeschnittenen
Aktionsradius hervor. Der Mafiuso setzt seine
eigene Ordnung gegen die des Staates, empfindet sein Handeln gleichwohl als
legal, vor allem dort, wo der Staat versagt hat.Die
Forschung versucht seit Jahren, diesen Mafia-Begriff von Mafia-ähnlichen
italienischen Verbrechensorganisationen zu unterscheiden. W. Raith etwa differenzierte 1977 die Mafia sizilianischer
Herkunft von: |
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6.1 |
Briganten und Gangstern: |
Beim
Briganten handelt es sich meist um ländliche Bewohner Italiens, die durch
Gesetzesübertretungen oder Verstoß gegen die Sozialmoral aus ihrem gewohnten
Umfeld fliehen müssen. Das Untertauchen, meist in die "Berge" um
ihre Heimatdörfer, geschieht also gegen den eigentlichen Willen der
Betroffenen. Der Brigant ist sich aber dennoch seiner Illegalität bewusst. Da
das Brigantenwesen, bei dem sich mehrere Banditen in den Wäldern
zusammenschlossen, im 19. Jahrhundert in Italien sehr verbreitet war,
verlegen einige Historiker dessen Wurzeln bis in die römische Antike: Die
Sklavenunruhen des 2. und 1. vorchristlichen Jahrhunderts, beispielsweise der
berühmte Spartacus-Aufstand, seien Vorläufer dieser
Entwicklung gewesen. Im
Unterschied dazu steht der Gangster von Anfang an außerhalb des
Sozialgefüges. Er führt insofern auch keinen "gerechten" Kampf
gegen die Obrigkeit, sondern versucht, bewusst von seiner Kriminalität zu
leben. Gangstertum - aus Amerika kommend - tritt meist in städtischen Gangs auf,
deren Kriminalität bereits sehr früh stark organisierte Züge aufwies. Briganten
und Gangster empfinden sich selbst als nicht Mafiös,
obschon sie im Dienst eines Capo stehen können. Das Verhältnis zwischen Mafiuso (Gabellutto) und
Brigant, der meist bäuerlicher Herkunft ist, ist aber prinzipiell sehr
spannungsgeladen. Dies gilt auch für den Gangster, der in den italienischen
Städten mit dem Mafiuso konkurriert: Pizzu - Erpressung, Kontrolle der Absatzmärkte u.Ä. sind heiß umkämpfte "Geschäfte" beider Gruppen. |
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6.2 |
Camorra: |
Eine
wortgeschichtliche Klärung gelang bisher nicht. Es werden arabische (kumar - eine Art Würfelspiel), pseudospanische (chamarra - Schlägerei) und auch original neapolitanische
Wurzeln (morra - Schwarm, Bande) vermutet. Neben
vielen Gemeinsamkeiten zur Mafia zeigen sich auch deutliche Unterschiede. Die
Camorra entstand wahrscheinlich im 19. Jahrhundert aus einer
polizeiähnlichen, d.h. staatsrechtlich anerkannten Aufseher- und
Überwachungsorganisation in mittelitalienischen Städten. Zur Zeit der Garibaldiestenherrschaft (1860) wurde die Camorra als
offizielle Polizeitruppe im Dienst der (bereits gestürzten) Bourbonen
eingesetzt. Erst allmählich, wie bei der sizilianischen Mafia auch, wandte
sich die Camorra illegalen Praktiken zu. Die
Camorra ist also ein städtisches Phänomen. Sie bildete sofort hierarchische
Strukturen aus und behauptete sich von Beginn an durch Gewaltanwendung.
Zunächst richteten sich aber ihre Fehden nicht gegen den Staat (der kein
Rivale war), sondern gegen konkurrierende Famiglie.
In den letzten Jahrzehnten beobachtet man allerdings, dass Camorra und Mafia
sich immer ähnlicher werden.: So nahmen in den 80-er
Jahren im Neapolitanischen, dem Hauptgebiet der Camorra, die Verflechtungen
mit der Politik sowie Attentate auf Politiker und Justizbeamte zu. 1989
verübte die Camorra allein 315 Morde. Auch "internationale
Beziehungen" werden gepflegt, was den Einstieg in den Rauschgifthandel
erleichterte. |
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6.3 |
`Ndrangheta: |
Hierbei
handelt es sich um eine geheime Organisation aus Kalabrien. Das Wort `Ndrangheta bedeutet im kalabresischen Dialekt etwa
"tapferer Mann". Die `Ndrangheta
entstammte meist ländlichen (unter)bäuerlichen Schichten. Sie umfasste Teile
des Brigantismus, sofern sie mit den Gabellutti in Konflikt geriet, und öffnete sich schnell
den sozialrevolutionären Programmen kommunistischer und gewerkschaftlicher
Verbände. Was
das kriminelle Betätigungsfeld betrifft, ist die `Ndrangheta
der Mafia sehr ähnlich. Bis 1945 kontrollierte und erpresste sie weite Teile
des agrarischen Kalabriens. Seit dem 2. Weltkrieg und der einsetzenden
Industrialisierung Unteritaliens verlegte sie sich auf politische
Verflechtungen sowie wirtschaftliche und Spekulationsgeschäfte. Neben dem
Baugewerbe ist vor allem der Tourismus stark betroffen. P. Arlacchi spricht daher von der `Ndrangheta
als der Mafia calabrese, da sie sich in vielerlei
Hinsicht nicht von der sizilianischen Schwester unterscheide. |
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6.4 |
Cosa nostra: |
Die
Cosa nostra ist eine US-amerikanische Sondererscheinung der sizilianischen Mafia. Sie setzte
sich in den Großstädten der USA fest, nachdem mit der großen süditalienischen
Auswandererwelle auch zahlreiche Mafiusi Italien
verlassen hatten: Neben den Verfolgungen durch rivalisierende Cosche spielte vor allem die schlechte wirtschaftliche
Lage eine wichtige Rolle, aus Italien zu emigrieren. Die Cosa nostra kann man am besten als kriminell ausgerichtete
"Firma" großstädtischen Zuschnitts beschreiben. Sie hat mit den feudalen
Voraussetzungen und den "klassischen" Capomafia-Strukturen
nichts mehr gemeinsam. Die amerikanische Ausprägung des Mafia-Gedankens ist
vielmehr am Gangstertum orientiert, welches durch Prunk, brutales Auftreten
und nicht verheimlichte Kriminalität auffällt. Während
der Prohibition machten die Mitglieder der Cosa nostra
illegal ungeheuere Gewinne, und diese Beteiligung am organisierten Verbrechen
strahlte auf die sizilianische "Mutter-Mafia" zurück. Der
wirtschaftliche Gedanke trat mehr und mehr in den Vordergrund. Die
Gewinnspannen waren ja im illegalen Bereich (Schnapsdestillerein,
Alkoholschmuggel) um ein Vielfaches höher als im normalen Wirtschaftsbereich,
so dass die Cosa nostra ein gut ausgebautes
internationales Netz für Alkoholschmuggel errichten konnte. Daran waren auch
sizilianische Mafiusi indirekt beteiligt, etwa beim
Schiffsschmuggel über den Atlantik. Nach 1945 zeigte sich sehr schnell, dass
die einheimischen Capi von ihren
italo-amerikanischen Vettern gelernt hatten: Die Illegalisierung war nicht
mehr aufzuhalten. |
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7. |
… |
Die
Entwicklung der Mafia seit 1989: Wie
gesehen, ist das Netz der europäischen Kriminalität nur schwer zu
durchschauen. Der Ermittlungsstand erlaubt, nur die Spitze des berüchtigten
Eisberges zu sehen. Russische Experten wie A. Gurow
oder L. Timofejew gehen davon aus, dass die
Verflechtungen der kriminellen Organisationen und deren Machtfülle weit über
die der "klassischen" italienischen Mafia hinaus reicht. Es
ist nicht falsch, im Hinblick auf die Phänomene im Osten Europas von Mafia zu
sprechen, da sich viele Ähnlichkeiten zu den italienischen Verhältnissen
nachweisen lassen. Dort freilich war an Waffenhandel mit Nuklearmaterial oder
chemischen Kampfstoffen nicht zu denken gewesen, und die Verschmelzung legaler
und krimineller Geschäfte sowie die Verbindung mit der Politik hat in
Russland eine Intensität erreicht, die den italienischen Fall noch weit
übersteigt. |
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7.1 |
Italien: |
Dass
sich die Mafia in Italien seit einiger Zeit relativ ruhig verhält, ist nach
Auffassung einiger kritischer Beobachter nicht Ergebnis einer erfolgreichen
Bekämpfung der Mafia durch den Staat. Vielmehr gibt es Anzeichen, dass sie
sich verstärkt dem nicht-italienischen Raum zugewandt hat. Diese Tendenz
hängt eng mit den Umbruchsjahren 1989/90 in den ehemaligen sozialistischen
Republiken Osteuropas zusammen. Dort forderte die offenkundige Schwäche des
Staates die Mafia und andere kriminelle Vereinigungen geradezu heraus: die
Ähnlichkeiten zum Sizilien des 19. Jahrhunderts sind vielfach frappierend. Vor
allem das Spekulanten- und Immobiliengeschäft wird für die organisierte
Kriminalität als Nische benutzt, um illegale Gelder reinzuwaschen. Neu ist,
dass gerade die italienische Mafia hier pseudolegal vorgeht. Sie führt ihre
Devisen- und Immobilienkäufe über Strohfirmen durch, was auf Grund der noch
nicht angepassten Gesetzeslage in den osteuropäischen Ländern keine
Schwierigkeit darstellt. Diese Form des Kapitalflusses wird übrigens bereits
seit 1985 verstärkt von italienischen Ermittlern beobachtet (wobei eventuell
der Vatikan Verbindungen nach Osteuropa herstellte). Neben
der italienischen Mafia, die, wie die chinesischen Triaden, die japanischen Yakuzas oder das kolumbianische Drogenkartell Osteuropa
überflutet haben, ist in der letzten Zeit auch von einer russischen
"Mafia" die Rede. |
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7.2 |
Die Anfänge der "Rote Mafia": |
Seit
etwa 1970, als nach der ersten Entspannungsphase zwischen den Supermächten eine
längere Frostperiode folgte und die sowjetische Planwirtschaft immer weniger
die Bedürfnisse der Menschen befriedigen konnte, entstand das Phänomen der
"Schattenwirtschaft": Nicht die staatlichen und
genossenschaftlichen Betriebe sicherten die Versorgung der Bevölkerung,
sondern der wuchernde Schwarzmarkt. Staatliches Eigentum wanderte mehr und
mehr in die Hände von Dunkelmännern. Es entwickelte sich ein
landesübergreifendes Korruptionssystem. Die Schattenwirtschaft übernahm
Aufgaben der Staatswirtschaft und schuf zusätzlich Märkte für Luxusgüter,
Waffen, Drogen und Prostitution. Die Versorgung auf diesen illegalen
Teilmärkten war weitaus besser als in der maroden Planwirtschaft. Zur
Kontrolle ihres Einflussbereiches gründeten die "Schwarzmarktler"
bald eigene Zünfte. Deren Aufgaben veränderten sich mit der Zeit. Zunehmend
traten sie als Garanten illegaler und legaler Geschäfte auf und verlegten
sich auf die lukrative Schutzgelderpressung. Der Staat konnte keinen Einhalt
bieten, da er von diesem inoffiziellen Wirtschaftssystem nichts wusste bzw.
nichts wissen wollte. |
|
7.3 |
Strukturen der Russischen Mafia: |
Die
"Rote Mafia" hat, wie wir gesehen haben, auffällige Ähnlichkeiten
mit der sizilianischen "Schwester": Sie entstand in einer Zeit staatlicher
und wirtschaftlicher Schwäche. Ihre Anfänge lagen im legalen Sektor, doch
wuchs sie schnell in den illegalen Bereich hinein. Sie verfilzte sich mit der
Bürokratie und machte ihre Geschäfte zunehmend mit speziellen
"Dienstleistungen" (Garantie von Schutz und Ordnung). Neben
Gemeinsamkeiten gibt es aber auch erhebliche Unterschiede zwischen russischer
und italienischer Mafia: So ist die russische primär ethnisch strukturiert,
Familienbindungen spielen eine vergleichsweise geringe Rolle. Ihre Wurzeln
liegen nicht in der Krise des Feudalismus, sondern im Zusammenbruch der
sozialistischen Planwirtschaft. Ihre Gewinne schöpfte sie nicht aus der
Verpachtung von Land an Bauern, sondern aus dem Handel mit regulären Gütern
wie Maschinenteilen und Weizen. Letzteres war übrigens auf Grund der vielen
Missernten in den 70-er Jahren u.Ä. erst lukrativ. |
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7.4 |
Aufbau der "Brigaden": |
Brigaden
nennen sich die Moskauer Banden, die mittlerweile Drogengeschäfte,
Prostitution, Glücksspiel und Waffenhandel kontrollieren und diese auch in
den Westen "exportiert" haben. Deutschland als zentraleuropäisches
Land ist hierbei erste Anlaufstelle. Die ethnische Struktur der Banden zeigt
sich darin, dass einzelne Banden jeweils eine Sparte der Kriminalität beherrschen,
was brutalen Konkurrenzkampf natürlich nicht ausschließt: Serben, Kroaten,
Bosnier dominieren den osteuropäischen Drogenhandel, die Routen kontrollieren
meist Tschechen. Jüdische Russen verdingen sich als Hehler von Kraftwagen,
die polnische Autoschieber im Westen zusammengeklaut haben. Die Russen
profitieren hauptsächlich von der Prostitution und der Erpressung von
Schutzgeldern, während sich Bulgaren und Georgier um das Glücksspiel
streiten, ähnlich wie Dagistaner und Ossetier um das Monopol im Straßenraub. Allerdings sollte
man sich vor Verallgemeinerungen hüten, die Banden sind nicht immer ethnisch
sauber zu trennen und es gibt auch keine gesicherten "Monopole" in
der Kriminalität. |
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7.5 |
Abschließende Bemerkung: |
Die
größte bekannte kriminelle Gruppe, die Tschetsche,
ist eine solche Ausnahme von der Regel und nicht ethnisch aufgebaut. Von
anderen Organisationen, die es wohl bereits unter Stalin gab, kennen wir oft
nur den Namen. Sie heißen etwa Dolgoprodnaya oder Ingoschy. |
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|
... |
Forschungsdebatten: |
|
8.1 |
Forschungs- ansätze: |
Gerade
am Beispiel der Mafia zeigt sich deutlich, wie unterschiedlich die
Fachdisziplinen ein Phänomen analysieren: a)
Kriminologischer Ansatz. Da
die Mafia einen maßgeblichen Faktor der internationalen Kriminalität
darstellt, versuchen Autoren aus der Polizeiarbeit und der Strafverfolgung,
die daraus erwachsenden Probleme für eine effektive Bekämpfung der
organisierten Kriminalität zu beschreiben. Diese Arbeiten greifen nur sehr
knapp historische Perspektiven auf, im Vordergrund stehen die aktuellen
Entwicklungen: Verflechtungen, Wirkungen und Strategien der Mafia und auch
anderer krimineller Gruppierungen. Das kriminologische Schrifttum dient so einem
Informationsaustausch der mit organisierter Kriminalität beschäftigten
Beamten. b)
Soziologischer Ansatz Hier
wird versucht, die Mafia als Teil des süditalienischen Sozialgefüges zu
beschreiben. Familien- oder gruppensoziologische Fragestellungen sollen das
Phänomen der Mafia begreifbar machen. Es werden vornehmlich die
Bedingungsfaktoren für die Herausbildung der Cosche
oder die sozialen Voraussetzungen für ihre Weiterentwicklung untersucht.
Strafrechtstheoretische oder kriminalistische Überlegungen bleiben weitgehend
ausgeklammert, wohingegen psychologische Aspekte sehr wohl berücksichtigt
werden (etwa im Zusammenhang mit der Omert und
ihren Auswirkungen). Die Mafia ist - soziologisch ausgedrückt - integraler
Bestandteil der italienischen Gesellschaft. c)
Begriffsgeschichtlicher Ansatz Er
leitet den Namen Mafia etymologisch, also wortgeschichtlich, her und versucht
den Ursprung der Mafia zu erschließen. So deuten manche Forscher den Namen
M.A.F.I.A. als Erkennungswort aufständischer Sizilianer gegen die Herrschaft
der französischen Anjou im 13. Jahrhundert (Morte ai francesi,
Italia anela: Tod den Franzosen, keucht Italien;
dies ist nur eines der unzähligen Beispiele, die man sich ausdenkt, um
nachträglich Sinn in eine obskure "Geheimgesellschaft" zu bringen).
Meist weiten sich begriffsgeschichtliche Darstellungen zu
soziologisch-deskriptiven aus, so etwa in den meisten Lexika-Artikeln. d)
Sozialgeschichtlicher Ansatz Er
geht auf sozialwissenschaftliche Fragestellungen zurück (s. Punkt b). Sein
Hauptschwerpunkt liegt aber auf der historischen Betrachtung. Die Mafia wird
in ihren geschichtlichen Entstehungsbedingungen erforscht und zu
mentalitäts-, wirtschafts-, und sozialgeschichtlichen Phänomenen des
Siziliens des 19. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt. Die Einordnung der Mafia
in die süditalienische Feudalgesellschaft, das Pächterwesen und die
Ineffektivität der staatlichen Gewalt dienen als allgemeiner Rahmen, um das
Problem in seiner Komplexität zu erfassen. E. J. Hobsbawms
"Primitive Rebels" wäre dieser Gattung
ebenso zuzuordnen wie H. Hess? "Klassiker" über die Mafia. |
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8.3 |
... |
Mafia,
Staat und Bauernschaft: |
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8.4 |
... |
Organisation
der Mafia: |
|
8.5 |
... |
Begriffskontroversen: |
|
|
Kurz- chronologie: |
19.
Jahrhundert (Anfang?): Beginn des Aufstiegs der Gabellutti
durch Umschichtungsprozesse im sizilianischen Feudalsystem. Die Mafia als
private Selbsthilfe - "Organisation" gegen den Staat schält sich
langsam aus dem Steuerpächter-System heraus. |
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...1860 - 1930 |
Zeit
der "klassischen" Mafia mit traditionellen sizilianischen
subkulturellen Merkmalen. Agrarischer Schwerpunkt ohne Bewusstsein von
Illegalität: Selbstbezeichnung: Uomini d´onore. |
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|
...1933 - 1943 |
Unterdrückung
während des italienischen Faschismus. Ein Ausmerzen der Mafia gelingt aber
nicht, wie sich bei der Landung der Alliierten auf Sizilien zeigt: die Mafia
übernimmt Geheimdienstaufgaben für die Alliierten. |
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...1945 - 1982 |
Phase
der "Nuova mafia",
die sich durch den Kontakt mit italo-amerikanischen Mitgliedern der Cosa nostra illegalisiert und urbanisiert. Drogenschmuggel und
politische Verfilzung tritt neben die Schutzgelderpressung der
"klassischen Phase". |
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... ab 1982 |
Erste
Fahndungserfolge des italienischen Staates, die die Mafia zunächst mit einer
Terrorwelle beantwortet, der berühmte Mafia-Jäger zum Opfer fallen. |
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...seit 1985/89 |
Vermehrtes
Ausgreifen der Mafia (und anderer illegaler Organisationen) in den Ost-Block.
Übergang zur Geldwäsche durch Immobilien- und Spekulationsgeschäften. |
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Literatur und www-links: |
Literatur: Pino Arlacchi, Mafia,
contadini e latifondo nalla Calabria tradizionale,
Bologna 1980 -/- Anton Blok, Die Mafia in einem
sizilianischen Dorf 1860-1960. Eine Studie
über gewalttätige bäuerlicher Unternehmer, 1981
Renato Candida, Questa Mafia, 1960 -/- Konrad
Freiberg u. Berndt Georg, Das Mafia-Syndrom: organisierte Kriminalitt:
Geschichte - Verbrechen - Bekämpfung, 1992 Stanislaw Goworuchin,
Moskau und die Mafia: Die große kriminelle Revolution, 1996 -/- Martin
Hammer, Probleme der sizilianischen Agrarstruktur, 1965 -/- Henner
Hess, Mafia: Ursprung, Macht und Mythos, 1993 -/- Eric
J. Hobsbawm, Sozialrebellen, 1962 -/- Norman
Lewis, Die ehrenwerte Gesellschaft, 1965 -/- Michele Pantaleone, Mafia e
politica, 1962 -/- Werner
Raith, Die ehrenwerte Firma. Der Weg der
italienischen Mafia vom "Paten" zur Industrie, 1983 - /- -
dto - Die neue Macht der Kartelle, 1994 -/- Ed
Reid, Mafia, 1964 -/- Alexander
Stille, Die Richter. Der Tod, die Mafia und die italienische Republik, 1997
-/- Rolf
Uesseler, Mafia. Mythos, Macht, Moral, 1987 -/-- dto - Stichwort Mafia, 1994. www-links: Das
Angebot ist insgesamt ziemlich rar, es scheinen halbernste, dem Infotainment
nahestehende Pages zu dominieren (etwa die
"inoffizielle Homepage der New Yorker Mafia" o.Ä.),
dennoch eine Auswahl: http://www.ex.ac.uk/~rdavies/arian/scandals.html#mafia(Übersicht
über Skandale, u.a. auch die der Mafia) http://www.alternatives.com/crime/crimenu.htm(Informationen
über das organisierte Verbrechen) http://www.well.com/user/mod79/gangsters/history.html(eine
kurze Geschichte der Mafia und der Cosa nostra) |
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Glossar: |
........ |
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Giulio Andreotti |
Italienischer
Politiker (*1919). Ab 1954 Ministerämter in christdemokratischen Kabinetten sowie
1970, 1972/3, 1976/9 und 1989/92 italienischer Ministerpräsident. Seit 1993
laufen Ermittlungsverfahren gegen Andreotti, in denen er der engen Verbindung
zur Mafia beschuldigt wird. So fällt im Zusammenhang mit verschiedenen
Finanzaktionen und politischen Skandalen immer wieder sein Name: etwa beim
Zusammenbruch der Privatbank Banco Ambrosiano oder
der "Affäre Sindona", eines korrupten
Großbankiers. Erst 1995 wurde der Mafia-Prozess eröffnet, obschon bereits
seit 15 Jahren Vorwürfe wegen Korruptionsverdacht auf Andreotti lasten.
Inzwischen ist Andreotti in Italien zum Synonym für den bestechbahren
Politiker geworden, denn auch seine Kontakte zu anderen geheimbündnerischen
Organisationen (Propaganda 2, Orden vom Heiligen Grabe von Jerusalem)
scheinen auf eine ungeahnt enge Verfilzung italienischer Politiker mit der
Kriminalität hinzudeuten. Privat schreibt Andreotti übrigens mit Vorliebe
fiktive Kriminal- und Verschwörungsromane |
|
… |
Anti-Mafia- Gesetz (1982) |
Regelte
die bloße Zugehörigkeit zur Mafia als ausreichenden Straftatbestand. Das
Gesetz erfuhr in den 80-er Jahren zahlreiche Verschärfungen, die es
erlaubten, gezielter hinter die "legale Fassade" der Mafia zu
blicken. Auf Grund dieses Gesetzes und der Anwendung der sogenannten
Kronzeugenregelung (ein geständiger Mafiuso erhält
Strafermäßigung) konnten in den späten 80-er Jahren viele Mafia-Prozesse
eröffnet und auch abgeschlossen werden. Seit dem "maxiprocesso"
(1986/87 in Palermo; 1990 Berufungsverfahren mit zum Teil erheblichen
Strafmilderungen) sitzen mehrere führende api der
Mafia hinter Gitter. |
|
… |
Anti-Mafia- Kommission: |
Anfang
der 60-er Jahre gegründete "Einsatzgruppe" zur intensiven
Strafverfolgung mafiöser Verbrechen. Die Kommission
setzt sich aus erfahrenen Beamten von Polizei und Staatsanwaltschaft
zusammen. Spektakuläre Fahndungserfolge hat die Kommission seit Mitte der
80-er Jahre aufgrund der neuen Gesetzgebung, besserer materieller Ausstattung
und der engen Kooperation verschiedener Dezernate. |
|
… |
Chinesische Triaden: |
Chinesische
Geheimbruderschaft, die eventuell schon um die Zeitenwende existierte. Sie
entstand wohl aus sozial und wirtschaftlich deklassierten Schichten wie
Bauern, Kulis, Schmugglern oder auch Mönchen, die sich gegen die
hierarchische Gliederung der Gesellschaft auflehnten. Durch ausgeklügelte
Geheimsprachen, spezielle Symbole und Fingercodes erkennen sich die
Mitglieder verschiedener Bünde untereinander. Die europäische Kolonisation
und die anschließenden Bürgerkriegswirren trieben die Triaden in eine Reihe
illegaler Geschäftspraktiken, z.B. Glücksspiel oder Opiumschmuggel. Zentrum
der Triaden ist heute Hongkong. Dort kommt es auch zu blutigen Bandenkriegen
mit für europäische Verhältnisse ungewöhnlichen Formen der Gewalt (z.B.
werden Gefangenen die Daumen abgeschnitten und diese der gegnerischen Triade
zugeschickt). |
|
… |
DC (Politische Partei) |
Democrazia
Cristiana. Koalitionsbewegung im Nachkriegsitalien, welches christdemokratische
Gruppierungen umfasste. Vor allem wegen der kontinuierlichen Beteiligung an
Regierungen war die DC ein bevorzugtes "Objekt der Begierde" für
die Mafia. Mittels Schmiergeldzahlungen und Erpressungen begann eine derart
intensive Verflechtung von Politik und Mafia, dass eine Auflösung dieses
Netzes bis heute nicht gelungen ist. Zahlreiche Korruptionsprozesse, wie der
gegen G. Andreotti, belegen dies. Das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber
der DC zeigte sich in den 80er Jahren, als der Stimmenanteil der DC bei
Wahlen auf 35 % sank. Gleichzeitig schrumpfte ihre Mitgliederzahl auf unter
eine Million (1991). |
|
… |
Giovanne Falcone und Paolo Borsellino |
Sie
sind die berühmtesten Anti-Mafia-Anwälte Italiens. Beide Untersuchungsrichter
kamen 1992 durch Attentate der Mafia ums Leben, nachdem klar geworden war,
dass sie auf Grund ihrer Indizien und Sachkenntnisse die Mafia im Innersten
bedrohten. Ihre Rolle als unbestechliche Mafia-Jäger machte sie zu Idolen der
Italiener. Deswegen war ihre Ermordung ein Fanal, auf das die Bevölkerung
noch entschlossener reagierte. |
|
… |
French Connection: |
Internationale
Verbrechensorganisation, die sich größtenteils aus israelischen, kubanischen,
libanesischen und türkischen Gruppen zusammensetzte und über Südfrankreich
den europäischen Markt mit Heroin versorgte. Der Stoff gelangte von Asien und
dem Nahen Osten nach Marseille, von wo aus er in ganz Europa verteilt wurde.
Die French Connection spielt heute dank der
Fahndungserfolge der Interpol in der europäischen Kriminalität keine Rolle
mehr, an ihre Stelle trat die Mafia mit ihren internationalen Verbindungen. |
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Italienische National- staats- gründung: |
Unter
der Federführung des nationalliberalen Politikers C. Cavour
wurde das in viele Kleinstaaten zersplitterte Italien 1859/60 geeint. Der
konservative König Emmanuel (von Sardinien-Piemont) betrieb daraufhin eine
anstaltsstaatliche Politik, welche die sozialreformerische Bewegung
Garibaldis desavouierte: Dieser hatte zuvor viele süditalienische Bauern für
eine Einigung Italiens mobilisieren können, indem er ihnen eine Emanzipation
aus feudaler Abhängigkeit versprach. Daraus wurde freilich nichts. Fortan
hatte dieser Staat im Süden kein Standbein, was den Aufstieg der Gabellutti erheblich erleichterte. |
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… |
Japanische Yakuza: |
Ähnlich
der Mafia begreifen sich japanische Yakuza-Clans
als integralen Bestandteil der Sozialordnung. Sie sind seit dem 16.
Jahrhundert bezeugt und lehnen sich stark an Samurai-Rituale an. Yakuza-Mitglieder boten im alten japanischen Feudalsystem
Schutz gegen herumziehende Räuberbanden, sie kontrollierten Spielhöllen und
organisierten sich wie japanische Familien. Strenge Loyalität gegenüber den
Clan-Führern zeigt, dass der Aufbau der Yakuza traditionellen
japanischen Werten folgt. Geheimsprache, Begrüßungsrituale und
Ganzkörpertätowierungen sind Erkennungsmerkmale ihrer Mitglieder bis heute.
Neben Mädchenhandel und Glücksspiel im ostasiatischen Raum betreiben die Yakuza-Clans vor allem den Amphetamin-Handel nach Europa. |
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… |
Klientelen: |
Schutz-
und Pflichtverhältnis zwischen Plebs und Patriziat in der antiken römischen
Republik. Der Cliens, ein juristisch zwar freier,
wirtschaftlich und sozial aber abhängiger Bürger Roms, begab sich unter den
Schutz eines Patronus. Dieser vertrat ihn vor
Gericht, wofür der Cliens bestimmte Aufgaben für
den Patronus erledigen musste (Botengänge,
Gartenarbeit a.Ä.). Der römische Staat war
innerhalb dieser privatrechtlichen Vereinbarung ausgespart, musste mitunter
auch die Beschränkung seiner Macht und Befugnisse hinnehmen, weil die
Klientelverbindungen auch die politische Willensbildung mit beeinflussten,
etwa bei der Wahl der Magistrate. |
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… |
Kolumbia- nisches Drogenkartell: |
In
dem vom Bürgerkrieg geprägten Kolumbien konnte sich seit Ende der 80er Jahre
die mit Drogenanbau und -handel befasste Kriminalität erheblich in das
politische Geschehen einschalten. Die Drogenkartelle hatten den Kokainvertrieb
monopolisiert und versuchten, im "Drogenkrieg" den Staat
niederzuringen. Auch interne Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen
Kartellen (Medellin contra Kali) verliefen sehr blutig, führten aber zugleich
zur Schwächung ihrer Macht. Inzwischen ist der bewaffnete Kampf gegen den
Staat für beendet erklärt worden. Die Möglichkeiten der Kartelle in
Wirtschaft und Politik scheinen aber ungebrochen, wenngleich namhafte Bosse
dingfest gemacht wurden. |
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… |
Maresca, "Pupetta": |
Eigentlich
Assunta Maresca. Sie erschoss den mutmaßlichen
Mörder ihres Mannes, eines neapolitanischen Mafiuso.
Als "rächende Witwe" berühmt geworden, organisierte sie aus dem
Gefängnis heraus die Geschäfte ihres Mannes. Zusammen mit anderen Mafiusi gründete sie die Nuova-famiglia,
die gegenüber dem alten Einflussbereich, den Pupettas
Mann kontrollierte, erheblich an Macht gewann. Erneut hinter Gittern, regelte
sie den Umbau der Organisation mit harter Hand. |
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Omertà: |
(Sizilianisch)
"Schweigepflicht". Ein Mitglied der sizilianischen Mafia
verpflichtet sich dazu, auch unter Todesgefahr keine Geheimnisse über Aufbau,
Mitglieder und Geschäfte seiner Cosca preiszugeben.
Diese Vereinbarung wirkte in der Regel auf Grund der sozialpsychologischen
und mentalen Bindungen gegenüber dem Capo. Verstießen Affiliati
gegen diesen Ehrenkodex, wurden sie meist umgebracht, auch dann, wenn sie von
der Polizei rund um die Uhr beschützt wurden. |
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… |
Uomini d´onore: |
Selbstbezeichnung
der Gabellutti im 19. Jahrhundert. Ihr Selbstverständnis
als "ehrenwerte Männer" bezeugt deutlich, dass sie ihr Vorgehen
gegen den Staat als legitim und gerecht einstuften. Die Bezeichnung ist somit
zugleich wichtiges sozialgeschichtliches Indiz, das die Motivation der Mafiusi erklären kann. Die Mafia als illegal und
kriminell zu bezeichnen, wäre aus dem Blickwinkel der Uomini
d´onore verfehlt. |
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Prohibition: |
"Verbot"
- US-amerikanisches Gesetz, welches Herstellung und Vertrieb von Alkohol
unterbinden sollte. Das Gesetz war zwischen 1919 und 1933 gültig. Durch die
Illegalisierung des Alkoholhandels wuchs in dieser Branche die Kriminalität
ins Astronomische. Für die Cosa nostra bedeutete
der Einstieg in den Alkoholschmuggel, den sie "transatlantisch"
betrieb, der Aufstieg in die organisierte Kriminalität der USA. Das
ursprüngliche Ziel des US-Kongresses, den Alkoholkonsum besser zu
kontrollieren, wurde verfehlt. Präsident Theodore Roosevelt hatte übrigens
gegen den Kongress-Beschluss gestimmt. |
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… |
Vendetta: |
(Sizilianisch)
"Blutrache". Sie ist ein traditionelles Sozialritual auf
Sizilien. Sie erlaubt es, abseits des offiziellen Strafrechts privat Rache zu
nehmen. Es trifft in der Regel Mitglieder solcher Familien, welche sich der
Übertretung eines Gewohnheitsrechts schuldig gemacht haben. Darüber
entscheidet kein offizielles Gericht, sondern allein das "Gespür"
der Betroffenen. Die Vendetta spielt bis heute eine ernstzunehmende Rolle in
Süditalien, da zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Cosche eskalieren und dabei auch Frauen und Kinder nicht
mehr verschont werden, was früher einen Verstoß gegen den subkulturellen
Kodex der Sizilianer bedeutet hätte. |
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Autoren: |
Wir
danken den Uni`s Saarland und Würzburg für die
freundliche Überlassung |
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Bruni und Benno
Schilde I - 97010 Marina di Modica |
Ing.-Gemeinschaft B W R & Partner D - 84141 Landshut /
Geisenhausen Tel. / FAX:
+49 - (0) 8743 – 1070 e-mail: Rumpf2000@gmx.net |
Mit den
Billigtelefonnummern wie beispielsweise 0 10 24 oder 0 10 40 vor der Vorwahl
kostet Sie die Minute 24 Std./Tag noch nicht einmal 4 ct.
- auch nach Italien.
Bitte
länger läuten lassen - Tel. - FAX - Umschaltung ist sehr langsam.